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I recently wrote about the Digital Bolex Camera, that’s currently being developed and is due to be available in August this year, because I was quite thrilled by the fact that such a camera would be available at such a low price point (around 3000 US-Dollars). The details you can read in mentioned article, along with the reasons why I think that this is such an outstanding and extraordinary concept.
Then came the NAB Show 2012, the „largest international digital event for audio, video, film, broadcast and communications professionals“ in Las Vegas, where the Australian company Blackmagic Design announced the release of the „Blackmagic Cinema Camera“, due in July 2012.

Blackmagic Cinema Camera

Blackmagic Cinema Camera

The concept is basically very similar to the Digital Bolex, with the main differences being minor ones: the Blackmagic will have a bigger, higher resolution display on camera and a slightly higher resolution sensor (2.5 K instead of 2 K, which in my opinion isn’t really such a big deal), while the Digital Bolex offers slightly higher frame rates. Other than that: they both are designed to be digital approaches to the idea of a 16mm film camera, both recording Raw image streams, both in Adobe DNG – format (while also offering possibilities for recording compressed formats). To compare the technical specs in detail, look here for the Digital Bolex D16 and here for the Blackmagic Design Cinema Camera.

So far, so good. Now, why ist the Blackmagic Cam so interesting? Because it will be available at the same incredibly low price like the Digial Bolex, namely around 3000 US Dollars!

Being good sports about that, the makers of the Digital Bolex react to this new competitor very positively, saying that anything that will help grow the market of Raw video cameras is a good thing, as you can see in a talk between them and Philip Bloom at NAB Show 2012 in Las Vegas, also including interesting info on their business model and their philosophy (for the mentioned interview skip foward to timecode 15:54).

Interview: Philip Bloom and the Digital Bolex Team at NAB Show 2012

Interview: Philip Bloom and the Digital Bolex Team at NAB Show 2012

As I explained in the already mentioned article, this is not only exciting because it gives Raw video at an affordable price to independent filmmakers, but also, because it is turning out to be a clear message to the large video camera manufacturers and their price politics. Their expensive, good cameras, that are rather made for large, general markets and thus for different purposes, might lose at least one of their purposes very quickly to cheaper 16mm Raw cinema cameras, and that means that Canon, Panasonic, Sony and the rest of the happy bunch will probably have to rethink a few things about their professional video products and the prices, at which they are offering them.

Sure, those digital 16mm cameras are targeted at a smaller market then the cameras of the big companies, but nevertheless it’s a niche with a lot of potential and that certainly is a good thing for a rapidly evolving market of professional video cameras!

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Dies ist, wie angekündigt, die deutsche Version eines Artikels (in erster Linie) über die Digital Bolex Kamera, den ich bereits auf englisch veröffentlicht habe. Die wenigen Teile des Artikels, die nur für Kamera – Geeks gedacht sind, sind zur besseren Übersicht kursiv markiert (sie sind für das Verständnis des Artikels nicht unbedingt nötig!). Anmerkung: einstweilen deutet nichts darauf hin, dass das Gerät bei Marktstart außerhalb der USA erhältlich sein wird. Noch eine Anmerkung: wie man weiter unten merken wird, verwende ich für diesen Artikel absichtlich „Politik“ als einen sehr weit gefassten Begriff, und das mit Absicht.

Digital Bolex D16

Digital Bolex D16

Kürzlich las ich mit großem Interesse folgende Überschrift: The Digital Bolex D16. Raw 2K for less than a cost of a 5Dmk3?“ auf Philip Bloom’s Blog (der Mann ist unter Videokameraleuten wie mir bekannt wie ein bunter Hund und in dieser Szene der wohl einflussreichste Blogger). Meine erste Reaktion war pures Mißtrauen, ich dachte: „da stimmt was nicht. Eine Videokamera die in Raw aufnimmt um so wenig Geld?“ Als ich mir die technischen Spezifikationen dieses Gerätes durchlas, änderte das nichts an diesem Gefühl (die Eckdaten kurz zusammengefaßt: Auflösung 2k auf einem CCD Sensorchip von der Größe eines Super 16mm Frames, 12 bit 4:4:4 Raw Video im Adobe DNG Format (oder TIFF oder JPEG); XLR Inputs für anständigen Ton; Objektive: C-Bajonett als Standard, optional auch andere wie EF verfügbar).
Eine kurze Erklärung für nicht Eingeweihte: Die Digital Bolex ist geplant als kompromißlose digitale Umsetzung der Bolex Super 16mm Filmkamera, die dafür bekannt ist, in Verbindung mit guten Linsen und Leuten, die damit umgehen können, hervorragende Filmbilder zu produzieren. Die angestrebte Videoqualität, die sie ermöglichen soll, soll in etwa auf dem Niveau von viel teureren Geräten wie der RED Scarlet liegen. Also stellte ich mir die Frage: welche Leute kommen auf so eine Idee, und vor allem: wie in aller Welt wollen die das zu einem derartigen Preis (genannt werden zw. 3000 und 3300 US – Dollar) umsetzen ?
Also fing ich an zu recherchieren und stieß auf einige interessante Informationen.

Zunachst mal kann man sich bereits Bilder ansehen, die mit dem Gerät gemacht wurden, da es bereits einen Prototypen gibt, und zwar handelt es sich um den Trailer zum Kurzfilm „One Small Step“:

Hier gibt’s außerdem behind the scenes – Material vom selben Film (dieses ist aber nicht in HD). Diese Bilder sehen in jedem Fall sehr vielversprechend aus!

Weitere Recherchen ergaben viele zusätzliche Infos auf der technischen Seite, zum Beispiel in diesem Artikel von Stu Maschwitz, in dem er einige z.T. gerechtfertigte Zweifel äußert, (einige davon werden in diesem Artikel aufgelöst) und in jenem von Philip Bloom, den ich bereits weiter oben erwähnte. In meinem Artikel werde ich also nicht näher auf die technischen Aspekte eingehen. Das auch, weil ich in der Überschrift angekündigt habe, über die politischen Dimensionen einer Kamera zu sprechen.

Was meine ich also mit „politische Dimensionen?“ An diesem Punkt muß ich etwas abschweifen, da es wichtig ist, einen Vergleich herzustellen.

Ich besitze 2 Canon EOS 550D DSLR – Kameras, welche zur Herstellung recht hochqualitativer Videobilder imstande sind, und das zu einem sehr geringen Kaufpreis (etwa € 500,- pro Stück). Die ganze Sache hat aber einen Haken: es gibt einige Probleme mit derartigen Geräten, was sie zu alles anderem als der perfekten Videokamera macht. Zugegeben, diese Geräte sind in erster Linie dafür entwickelt worden, Fotos zu machen (worin sie auch sehr gut sind), und die Videofunktion ist nur eine Zusatzfunktion. Für manche Leute, um genau zu sein: unabhängige Filmemacher, ist sie aber viel mehr als das, denn die haben schnell herausgefunden, dass diese kleinen DSLR – Dinger hochauflösende, hochqualitative Videobilder mit einer „filmisch“ wirkenden flachen Schärfentiefe und unglaublich hoher Lichtempfindlichkeit produzieren, um nur die wichtigsten Eigenschaften zu nennen. Schnell entstand also die Frage, ob man nicht die Nachteile der EOS – Serie und anderer Video – DSLRs, wie begrenzte Aufnahmezeit, festgelegte Videobitraten und Framerates, kaum brauchbare Meta-Bildinformationen am Display, Probleme beim Fokussieren, keine brauchbaren Einstellmöglichkeiten für Audioaufnahme etc. etc., irgendwie lösen oder umgehen könnte. Die „geekiest Geeks“ unter den indie – Filmemachern verkündeten: „Yes, we can!“ und programmierten eine gehackte Firmware für die EOS – Serie, genannt „Magic Lantern„, die nicht nur die genannten Probleme recht gut in den Griff kriegt, sondern auch eine Fülle an nützlichen Zusatzfunktionen bietet – all das unter der Voraussetzung, dass man bereit ist, eine Software auf seiner Kamera zu installieren, für die zwar keinerlei Garantien übernommen werden, die sich aber dennoch bereits vielfach als verläßlicher Begleiter bewährt hat! Wenn man sich also ansieht, in welche Art von Kamera Magic Lantern meine 550D verwandelt hat, müßte man am freien Markt für Videokameras ein Vielfaches der Summe in die Hand nehmen, die die 550D gekostet hat, um etwas Vergleichbares zu finden.
Darüber hinaus haben wiederum andere Geeks, als die vorher erwähnten, Kamera – Farbprofile entwickelt, welche Usern der Canon EOS – Serie durch eine starke Erhöhung des Dynamikumfanges, bei gleichzeitigen sehr guten Detail- und Farbeigenschaften, vormals ungeahnte Möglichkeiten für die Bildbearbeitung während der Post Production eröffnet. Mein derzeit bevorzugtes Farbprofil ist übrigens der Technicolor Cine Style, aber ich verwende auch andere, wie Marvels Advanced).

Genug des Abschweifens, zurück zum Punkt: Ich habe einen Kamerahersteller (Canon) beschrieben, der Hardware produziert, die zu vielen tollen Dingen fähig ist, aber auf der Software – Seite sehr viel davon nicht implementiert. Weshalb also ist das ein politisches Problem? Weil preiswerte, gute Videokameras für Menschen (insbesondere Künstler) in einer globalisierten digitalen Gesellschaft, die zunehmend von audiovisueller, multimedialer Kommunikation geprägt ist, ein essenzielles Werkzeug sind, um sich auszudrücken. Um das anders zu formulieren: audiovisuellen Produktionsequipment leistbar zu machen ist eine Sache, die es den Menschen leichter macht, wahrgenommen zu werden, was ein wichtiges Grundprinzip für Kommunikation in einer demokratischen Gesellschaft ist. Und das ist das politische daran.

Der freie Markt bietet zwar alle Möglichkeiten für professionelle Videoproduktion, bislang aber nur auf sehr hohem Preisniveau. Gute Beispiele dafür sind die Canon C300, die RED Camera – Serie, oder die Arri Alexa, um nur einige zu nennen.
Kleine, unabhängige Filmemacher sind mit ihren sehr limitierten finanziellen Mitteln und wenigen Ressourcen diejenigen, die hochqualitatives, speziell angepasstes Videoequipment zu sehr günstigen Preisen bereitstellen, denn sie sind (von Herstellerseite her) die einzigen mit genügend Interesse daran, um das auch umzusetzen. Magic Lantern und spezielle Farbprofile sind zur gänze frei verfügbar und basieren auf gutem Willen, zum Teil freiwilliger finanzieller Unterstützung und einer Schar von unabhängigen Filmemachern, die sie testen und dabei helfen, sie (weiter) zu entwickeln.

Elle Schneider und Joe Rubinstein

Elle Schneider und Joe Rubinstein

Die Digital Bolex wird zu einem sehr niedrigen Preis verfügbar sein. Das ist auf eine politische Entscheidung zurückzuführen, welche die Macher dieser Kamera (Joe Rubinstein und Elle Schneider) getroffen haben: da sie selbst Filmemacher sind, wollten sie die Möglichkeit, mit einer solchen Kamera zu arbeiten, möglichst vielen anderen Filmemachern eröffnen, im Wissen, dass eine solche Kamera höchst wahrscheinlich auch deutlich teurer verkauft werden könnte. Diese Idee passt sehr gut zu ihrem Geschäftskonzept, welches zum einen auf Micro Funding basiert (sie haben eine sehr erfolgreiche Kampagne auf der Micro Funding – Plattform „Kickstarter“ gestartet), und zum anderen Crowd Sourcing mit einbezieht (der Input von anderen Filmemachern war und ist für das Projekt von großer Bedeutung). Rubinstein und Schneider erklären diese Dinge (und vieles mehr, unter anderem Technisches!) in einem sehr interessanten Telefoninterview, das Philip Bloom mit ihnen führte.

Um nun auf Canon zurück zu kommen: dieser Konzern hat eine andere, unterschiedliche politische Entscheidung getroffen. Er hat entschieden, den eigenen, hochpreisigen High End – Markt zu schützen, und zwar durch weglassen jeglicher professioneller Video- und auch vieler Foto-Funktionen in ihrer billigen Hardware, obwohl diese ohne weiteres zu sehr viel mehr fähig wäre. Das ist freilich genau die richtige Entscheidung für Canon – alles andere würde keinen Sinn ergeben und die Marktstellung dieses Konzerns gefährden. Keiner der Mitbewerber (die wichtigsten wären hier Nikon, Panasonic oder Sony) würde es anders machen. Es würde einfach nicht den klassischen Regeln des freien, globalen Marktes entsprechen.

All das bedeutet: es ist vom technischen Standpunkt betrachtet kein Problem, zu niedrigen Preisen professionelles Videoequipment anzubieten, und das sogar ohne die riesige Menge an Resourcen, wie sie ein großer Konzern hat – das hat Magic Lantern bewiesen, und das wird auch höchstwahrscheinlich Digital Bolex zeigen. Aus politischer Sicht ist es aber sehr wohl ein Problem.
Dennoch: die politischen Rahmenbedingungen auf diesem Bereich beginnen sich offenbar zu ändern! Das interessante daran ist, dass sie sich nicht durch die Kraft von sehr wenigen großen Entscheidungsträgern ändern, sondern durch die Kraft vieler kleiner. Sollte das wirklich der Fall sein, könnte das den Effekt haben, dass gewisse Großkonzerne gezwungen sind, ihre Preispolitik am Bereich der professionellen Videoausrüstung zu überdenken und anzupassen. Auch in diesem Falle wirken eben die Prinzipien des freien Marktes!
Jedenfalls sollte man bedenken, dass es hier nur um eine kleine, spezielle Gruppe von Leuten geht: die der unabhängigen Filmschaffenden. Man sollte aber auch bedenken, dass technisches UND soziales Hacking sehr wohl auch auf sehr vielen verschiedenen anderen Ebenen funktioniert.

In diesem Sinne: Wir unabhängigen Filmschaffenden scheinen unter Umständen endlich aus den „dark days of video-cinematography“ herauszutreten, und zwar zu unseren eigenen Bedingungen:

Bleibt nur zu sagen: ich wünsche dem Digital Bolex Projekt alles Gute und hoffe, dass ihre Bemühungen von Erfolg gekrönt sein werden!

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@FlorianRazocha

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